Schöne neue nachhaltige Stadt?

Krisenwissen als Modus urbaner Transformation

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.21248/ka-notizen.87.85

Schlagworte:

Stadt, Krise, Nachhaltigkeit, Transformation, Resilienz

Abstract

Krise ist kein Zustand, sondern ein relationaler Wissensprozess. Sie entsteht in translokalen Zirkulationen von Modellen, Narrativen und Infrastrukturen und bringt dabei spezifische Epistemiken hervor, die politische Ordnungen von Zeit, Verantwortung und Zukunft strukturieren. In diesem Beitrag zeigen wir, dass Krisenwissen selektiv Dringlichkeit erzeugt, Probleme sichtbar macht und Interventionen plausibilisiert – während politisch-ökonomische Verflechtungen, historische Verantwortlichkeiten und alternative Wissensformen in den Hintergrund treten. Unsere Beispiele aus der Nachhaltigkeits-Governance europäischer Städte und der Flutresilienz in Ho-Chi-Minh-Stadt verdeutlichen, wie unterschiedliche Epistemiken des Krisenhaften entstehen: einmal als narrativ geordnete Vergangenheit, einmal als infrastrukturell antizipierte Zukunft. In beiden Fällen wirkt Krisenwissen ordnend, indem es Zeit strukturiert, Zukunftshorizonte festlegt und diese als regierbare Handlungsräume stabilisiert und so Welt(en) machtvoll ordnet.

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Veröffentlicht

2026-07-01

Zitationsvorschlag

Eitel, K., & Acksel, B. (2026). Schöne neue nachhaltige Stadt? : Krisenwissen als Modus urbaner Transformation. Kulturanthropologie Notizen, 87(1), 49–68. https://doi.org/10.21248/ka-notizen.87.85