Mitteilungen

Call for Abstracts für die kommende Ausgabe 84

Methoden in digitalen Feldern. Fallbeispiele zu ethnografischen Methoden in digitalen Feldern und methodologische Reflexionen.

Am Frankfurter Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie planen wir eine intensive Auseinandersetzung mit Methoden und Methodologien in, für und mit digitalen Feldern und die Veröffentlichung einer entsprechenden Publikation mit verschiedenen Beiträgen aus dem Fach. Am Frankfurter Institut besteht seit vielen Jahren ein Schwerpunkt "Digitalisierung" in der Lehre und wir möchten die hier bestehende Expertise nutzen und uns mit Kolleg:innen aus dem Fach dezidiert dem Thema Methoden in digitalen Feldern widmen. Auch in der Kommission Digitalisierung im Alltag der DGEKW besteht schon seit langem der Wunsch für die neuen Herausforderungen digitaler Felder auch entsprechende Methoden aufzubereiten und diese Studierenden und Forschenden zur Verfügung zu stellen. Sowohl Phänomene in Social Media, E-Commerce wie auch in Plattformökonomien oder digital entgrenzter Arbeit, Wissensproduktion und Daten-Politiken spielen hier eine Rolle. Wie lassen sich die Unmengen von Tweets oder Kommentare auf Instagram analysieren und welche Probleme gehen damit einher? Wie beobachten wir ethnographisch Algorithmen oder die Arbeit mit und an ihnen? Wie analysieren wir Datenpolitiken und Praxen, die nicht nur digital 'sind', sondern auch selbst digitalisieren?

Wir wünschen uns Beiträge, die zweigliedrig sind: Zum einen sollen sie methodische Möglichkeiten, Verfahren und Anwendungen sichtbar machen (hands-on). Vor allem für Studierende fehlen Texte, die differenziert darstellen, wie welche Methoden eingesetzt werden können. Anhand von Fallbeispielen sollen die Beiträge ihre Methoden vorstellen und wie sie angewendet wurden. Zum anderen sollen die Beiträge aber methodologisch zu einer Reflexion einladen: Für welche Fragestellungen eignen sich welche Methoden? Wie gehen wir mit den Unmengen von potentiell verfügbaren digitalen Daten um? Welche Grenzen, Chancen und Herausforderungen bieten ethnographische Methoden in digitalen Feldern? Wir wünschen uns daher Beiträge zu den folgenden Problemfeldern:

  1. Analoge Methoden in digitalen Feldern
  2. Quantitative und qualitative Methoden als Cross-Over
  3. Methoden in (populärkulturellen-)digitalen Feldern wie Social Media
  4. Ethnografieren von Daten-Praktiken (Generierung, Analyse, Repräsentationen)
  5. Analyse von Codes, Algorithmen und digitalen Infrastrukturen sowie die damit verschränkten Praxen
  6. Umgang mit digital verfügbaren Forschungsdaten, Datenmanagement und Reanalyse
  7. Notwendige ethische Reflexionen und gute wissenschaftliche Praxis in digitalen Feldern

Die Beiträge werden in den Kulturanthropologie Notizen (KA N), dem open access-Publikationsorgan des IfKAEE erscheinen (siehe: ka-notizen.de). Wir würden gerne qualifizierte studentische Beiträge - soweit möglich - miteinbinden. Idealerweise betreuen Sie/Du bereits Arbeiten, die zu oben genannten Problemfeldern Beiträge liefern und die mit einer methodologischen und reflexiven Klammer als Beitrag in die Publikation eingebunden werden können. Der Publikationsprozess soll von Autor:innen-Workshops begleitet werden, in denen wir die Diskussion vertiefen und Gemeinsamkeiten und Differenzen benennen, sowie gemeinsame Begriffe und sprachliche Konventionen bestimmen. Flankiert wird die Veröffentlichung außerdem von einem Institutskolloquium des IfKAEE im Wintersemester 22/23, zu dem wir gesondert einladen.

Wir freuen uns auf eine Rückmeldung über grundsätzliches Interesse und gerne mit einem groben Vorschlag (300 Wörter) für einen inhaltlichen Fokus bis zum 31.01.2022 an Martina Klausner (Klausner@em.uni-frankfurt.de) und Dennis Eckhardt (denniseckhardt@posteo.de) und grüßen herzlich

Martina Klausner (Frankfurt), Dennis Eckhardt (Berlin) - für das Redaktionsteam der KA Notizen